SPIELBERICHT – DHM TENNIS 29.04.2022
Lange fieberten die Mitglieder der Unihochschultennismannschaft auf den großen Tag hin: Ihr aller erstes Spiel gegen die Uni aus Bonn. Am 29.04.2022 war es dann soweit und die Spieler und Begleiter des liebevoll getauften Teams „Vorteil-Sauf“ machten sich auf die Reise nach Köln. Mit Motivation, Spaß, einer zerschmetternden Aufstellung und reichlich gehopften Kaltgetränken machte sich das Team auf den Weg.
Schon auf der Hinfahrt wurde klar, dass das Bonner Team am Spieltag nichts zu lachen haben wird. Lukas Bollwein und Kapitän Nils Schlünzen manövrierten das Begleitauto und den Mannschaftsbus mit einer selten gesehenden Souveränität in Richtung Köln. Nach akkuratester Millimeterarbeit im Mercure-Parkhaus, konnte das Team im Hotel einchecken und die Zimmer wurden verteilt.
Danach ging es schon mit den Spielvorbereitungen los. Nach einem Döner in der Kölner Innenstadt, der einen unverschämt horrenden Preis gekostet hat, verdammte Inflation, nahm der Abend einen sehr guten Lauf für jeden Beteiligten. Die teambuilding Maßnahmen liefen auf höchsten Touren und wir bekamen mit jeder Minute mehr Lust auf das große Spiel am folgenden Tag. Bei diesem Teamspirit, der sich in den vergangen Wochen beim hochklassigen Mannschaftstraining und an dem Abend entwickelt hat, war das gegnerische Team schon geschlagen. Im Kopf zumindest, nun mussten Taten auf dem Platz folgen.
Doch auch dieser herausragende Abend musste leider enden. Für den einen etwas früher, den andern etwas später und für Ben und Lukas gar nicht, denn die machten einfach durch.
Trotz alle dem stand Spieler Ben, wie alle anderen, pünktlich um 9.00 Uhr am Samstag den 30.04.2022 top fit vor dem Hotel und Team „Vorteil-Sauf“ machte sich von der Kölner Innenstadt aus auf den Weg nach Bonn. Mit der Ankunft, der hannoveranischen Mannschaft in dem doch überschaubaren Örtchen in Bonn, wirkte „Tannenbusch“ plötzlich wie eine Großmetropole. Sogar Carina Hippke, ein weiteres Teammitglied, wartete schon am Eingang auf den Rest ihrer Mannschaft, der singend, jubelnd und mit einem majestätischen Anblick heran stolziert kam.
Noch nie hat ein Team, mit einer vergleichbaren Energie und Siegessicherheit wie „Vorteil- Sauf“ an diesem Tag, den Tennisclub „TC Blau-Gold Bonn“ betreten, was beim Warmspielen nochmal deutlich untermalt wurde. Das Team aus Hannover nahm direkt zwei Plätze ein und machte mit lauter Musik und grundsolidem Hitting von der Baseline klar, dass sie nicht aus Spaß die Reise angetreten sind. Als dann noch Lukas und Celina Bauer, etwas verspätet, aber mit sehr viel Proviant für den Tag, den heiligen Rasen des Tannenbuscher Tennisvereins betraten war klar, heute ist eine Niederlage keine Option. Nach ungefähr 45 Minuten Einspielen, den ersten Vorbereitungsbierchen und einer kurzen Kennenlernphase mit dem gegnerischen Team, sowohl Trainer als auch Spieler waren sichtlich eingeschüchtert, begannen die ersten Matches.
An zwei bei den Damen lief Carina für „Vorteil-Sauf“ auf. Extra eingeflogen, punktete Sie mit ihrer Erfahrung und ihrem fehlerlosen Spielstil. Der erste Punkt war uns somit sicher. Bei unserer Nummer Eins der Damen handelte es sich einzig und allein um Anna Engelhardt, die allerdings eine, an diesem Tag auf profiniveau spielende Gegnerin vor der Brust hatte und sich in einem sehr eng umkämpften und hochklassigen Spiel geschlagen geben musste. Somit stand es 1:1.
Doch ungeschlagen bei „Vorteil-Sauf“ war die Mentalität und der Siegeswille. Die Uni aus Hannover legte einen direkten Raketenstart hin, was Teamspirit und Spaß anging. Da wusste die Bonner Uni nicht mit umzugehen und ging neben den ganzen Granaten aus Hannover sang und klanglos unter.
Auch der Gegner an vier bei den Herren aus Bonn fand kein Mittel gegen die Nummer vier aus Hannover, Jesse Kroll, der sehr taktikorientiert und stets gebildet an das Match heranging. Jesse laß schon auf der Hinfahrt sämtliche Seiten in seinem Buch, was ihm zu einem Mindset verhalf, das an diesem Tag nicht zu bändigen war. Somit geht die Uni Hannover 2:1 in Führung. Für ein schnelles 3:1 sorgte Linus Puhl, die Nummer drei der Herren. Kein einziger Schlag des Gegners sollte für ihn gefährlich werden und nach ungefähr 43 Minuten konnte Linus einen weiteren Erfolg, auf seiner fast endlosen Liste an Siegen, verzeichnen.
Mit einem 5:1 wäre der Uni Hannover schon der Sieg sicher, doch dafür mussten noch Felix Palmen, die Zwei der Setzliste und Florian Rittler, die Nummer Eins von „Vorteil- Sauf“ einen Sieg einfahren.
Felix machte hierbei Nägel mit Köpfen und ließ gegen einen sehr starken Gegner nichts anbrennen. Auch ein Ausflug in den dominikanischen Nachtclub „Si-Na-So Bar and Club“ am Vorabend, hat nicht eine Sekunde an seiner olympischen Fitness gezerrt. Somit hat das Laufwunder einen weiteren Sieg reingeholt und der Zwischenstand war 4:1.
Nun stand das letzte Einzel an, was zu einer noch nie dagewesenden Schlacht werden sollte. Zweieinhalb Stunden kämpfte Florian Rittler um jeden Punkt. Nach einem sehr soliden ersten Satz, verließen ihn allerdings die Kräfte und das Kölner Nachtleben wurde ihm unerwartet zum Verhängnis. Nach einem unterirdischen zweiten Satz, folgte ein Auf und Ab der Emotionen. Nur durch das Geschrei und die Motivationszurufe der gesamten Mannschaft, konnte die Nummer Eins des hannoveranischen Teams dann doch, nach drei abgewehrten Matchbällen, gegen die Eins aus Bonn, der übrigens ein bodenloses Outfit anhatte, gewinnen.
Somit stand es 5:1 und nichts mehr an diesem Tag konnte die Hannoveraner am Gewinnen hindern. Durch das spielerische Grand Slam Niveau und einem schon sicheren Gesamtsieg, war die Laune bei allen „Vorteil-Sauf“ Team-membern ganz weit oben und jeder freute sich auf die Doppel.
Hier kam erneut Anna, zusammen mit Patrick Bandowski, im zweiten Mixed-Doppel zum Einsatz. Patrick hatte ein klares Ziel vor Augen, und zwar das Ding nach Hause zu holen, was sich auch in seinem Spilstil wiederspiegelte. Erbarmungslos schoss er jede Vorhand auf die gegnerische Netzfrau rauf und verdiente sich somit vollkommen zurecht den Spitznamen „Bombenleger-Pat“. Natürlich ging hierbei der Sieg ganz klar an Team Hannover, womit es 6:1 stand.
Im ersten Mixed-Doppel ging der Kapitän Nils an den Start und fackelte zusammen mit Manon Fehse perfekte Volleys, Aufschläge und Grundschläge auf die gegnerische Seite. Diese wehrte sich am Anfang recht gut, was das hannoveranische Doppel-Duo-Wunder aber nicht lange zuließ und das 7:1 kurzerhand in den Kasten spielte.
Nun fehlte noch das erste Herrendoppel, in dem Hannes Wanger und Ben an den Start gingen. An Legendenstatus war die Aufstellung für das Doppel schon mal nicht zu übertreffen. Ben, der sich am Vorabend in der kölnerischen Techno-Untergrund-Szene vergnügt hatte, machte erst einen etwas ausgebrannten Eindruck, was sich aber schnell änderte, als er, bei einem Spielstand von 4 zu 0 im ersten Satz, dann doch seine Sonnenbrille absetzte und mit einem unmenschlich spielenden Hannes, ein grundsolides 6:1 6:0 erklimmen konnte.
Somit stand es 8:1 insgesamt, der Sieg war perfekt. Da sich 90% der Bonner Mannschaft schon während den Doppeln verabschiedete und auch der Rest recht schnell und recht geknickt die Heimreise antrat, blieb nur „Vorteil-Sauf“ zur Sieges- und gleichzeitig auch Saisoneröffnungsfeier vom Bonner Tennisverein in Tannenbusch. Bis 20:30Uhr war Fetenalarm in Tannebusch angesagt, dann machte sich die Mannschaft aus Hannover nach einer unglaublichen Performance wieder auf den Heimweg ins Mercure Hotel nach Köln. Sogar eine Angestellte am Bonner Bahnhof wurde von „Vorteil-Sauf“ in den Bann gerissen und tanzte wie wild in ihrem Büro zu den lieblichen Klängen der Sonos-Box des Siegerteams.
In Köln angekommen verfielen die Spieler und Begleiter recht früh dem Schlaf, was nach einem so langen Tag vollkommen gerechtfertigt war. Auch die größten Partyhengste schlummerten spätestens um 2:00Uhr in ihrem Bettchen ein und ja, das ist für „Vorteil- Sauf“ Mitglieder „recht früh“.
Ähnlich sah die Rückfahrt aus. Alle haben ihr Sportlerherz in Tannenbusch gelassen, weshalb fast jeder fix und fertig im Mannschaftsbus saß und dort sogar, nach dieser sportlichen Verausgabung verständlich, Erholungsschlaf einwerfen musste. Nur Ben, halb Mensch halb Tier, hatte am Sonntag noch ein Fußballspiel und ist von Lukas schon um 9.00 Uhr nach Hannover chauffiert worden. Der Junge kennt keine Grenzen.
Alles in Allem war das Wochenende ein voller Erfolg. „Vorteil-Sauf“ ist eine Bereicherung für den Hochschulsport an der Uni in Hannover, was sie mit ihrer Performance am Wochenende gegen Bonn mehr als bewiesen haben. Erst kommt das Team Hannover nach Andalusien, dann haben sie die Europameisterschaft im Auge, da lässt das Team ganz sicher keine Zweifel offen.
Forza „Vorteil-Sauf“.

